Mit einem einzigen gekonnten Schlag zapften Bürgermeister Franz Krah und stellvertretender Landrat Hans Koller das erste Fass an und eröffneten offiziell das Pockinger Starkbierfest (die PNP berichtete). Dem folgte gleich ein Höhepunkt des Abends: Axel Stögbauer, Mitglied der Vorstandschaft, überreichte den Vorsitzenden des Vereins Intensivkinder sinnvoll helfend, Monika Jakob und Wilma Mittermeier, einen Scheck über 10 000 Euro. Mit dieser Unterstützung kann der Verein weiterhin Familien schwerstkranker Kinder im Landkreis Passau zur Seite stehen.
Fotos: Karin Haselsteiner
Ein voller Saal, beste Stimmung und ein Programm, das den Zeitgeist einfing – die Premiere des Starkbierfests der Laienbühne Pocking am Donnerstagabend in der Stadthalle war ein voller Erfolg.
Rund zwei Stunden lang sorgten die Akteure rund um Fred Obernhuber, Christian „Kapse“ Fischer, Christian Hofer, Rudi Grömer, Jörg Huber, Gerd Rauschendorfer und Bebbo Weinzierl mit spitzer Zunge
und Witz für Lacher und Nachdenklichkeit zugleich.
Gleich zu Beginn wurde deutlich, dass die Weltlage auch am Starkbierfest nicht spurlos vorbeigeht. Die Eröffnungshymne „Mia san im Jahr 2025“ thematisierte humorvoll Stillstand, Inflation und
überteuerte Schokolade. Auch die Bundestagswahl war Thema: Hans Koller, das politische „Schwergewicht“ aus dem Passauer Land, muss nun doch tatsächlich nach Berlin. Das ist der Preis dafür, wenn
man die erste Wahl im langen politischen Leben gewinnt, so waren sich die Buam einig.
Lokale Geschehnisse blieben nicht verschont und wurden mit spitzer Feder seziert. So bekam Rotthalmünster durch den bayerischen Regenwurm Helodrilus bavaricus eine ganz neue Bedeutung – eine Weltsensation! Fred Obernhuber prophezeit, dass Rotthalmünster zur Metropole aufsteigt und die Herrschaft über Bayern übernehmen könnte, mit Wurmstorf als Hauptstadt. Doch wo es große Pläne gibt, sind auch Hindernisse nicht weit: Naturschutzauflagen und die geforderte Wurmausgleichsfläche könnten das endgültige Aus für die A 94 bedeuten.
Neue Gäste braucht das Starkbierfest – so der Tenor der sieben Buam auf der Bühne. Früher wollten alle ins Programm, egal wie; das Motto lautete: „In ist, wer drin ist“ – und jetzt? Jetzt sind die Derbleckten oft so schnell beleidigt. Aus diesem Grund gibt es jetzt eine ganz neue Sitzgelegenheit – den nigelnagelneuen „Beleidigtentisch“, eine Kindergarnitur, die tatsächlich auf der Bühne steht. Jeder, der sich angesprochen fühlt, darf hier Platz nehmen und bekommt eine lauwarme Maß und eine aufgetaute Brotzeitplatte serviert.
Nachdem die letzten Jahre oftmals die Bad Füssinger Hoteliers und Geschäftsleute aufs Korn genommen wurde, war es für die Buam dann doch überraschend, dass Bad Füssing zur „buamfreien Zone“
erklärt worden ist. In einem lustigen Einspieler war zu sehen, dass ihnen bei mehreren Hoteliers eine warme Mahlzeit verwehrt worden ist.
Den krönenden Abschluss bildete das allseits bekannte Baggerseelied, erweitert um eine neue Strophe. Um die Emanzipation voranzutreiben, wie die Pockinger Buam extra betonen, ist nun das Lied
sogar um eine Strophe erweitert worden. Wie Fred Obernhuber meint, sei es diesmal gar explizit eine Männerstrophe und als solche verschmelze sie congenial mit den vorherigen Strophen. Was soll
man sagen: Die Pockinger Buam haben es einfach drauf! Da braucht man nichts hinzufügen. Und auch wenn die Weltlage zu Beginn traurig erschien – mit genug Starkbier ließ sie sich trotzdem
ertragen.
Eine spontane Idee sorgte zum Schluss noch für zum Teil für unglaubwürdiges Staunen bei den Gästen. Die Buam haben eine Requisite, ein Schild, das die Gesichter aller Akteure zeigt, versteigert.
Nach einem etwas zögerlichen Start waren zum Schluss sogar die sonst nie verlegenen Pockinger Buam sprachlos. Sage und schreibe 2700 Euro brachte die Requisite ein. Der Betrag geht an die
Kinderkrebshilfe Rottal Inn.
Wer die Premiere verpasst hat und bereits Karten für einen der kommenden Abenden besitzt, hat noch die Chance, sich selbst zu überzeugen. Denn eines ist sicher: Das Starkbierfest bleibt ein
Fixpunkt im Pockinger Veranstaltungskalender.
