Presseberichte 2010

Zu professionell für den Titel „Laientheater“

Pockinger Laienbühne begeistert mit neuem Stück „Die Teufelsbraut“ - Über 20 Darsteller im Einsatz - Drei weitere Termine geplant

„Hölle 1“ oder „Hölle 2“ steht nüchtern auf zwei der Bühnenskizzen von Franz Stapfer, der für die Bühnengestaltung des neuen Stückes der Pockinger Laienbühne „Die Teufelsbraut“ verantwortlich zeichnet. Was hier in Strichzeichnungen vor Monaten entworfen wurde, zeigt sich auf der Bühne als perfektes, bis in viele Details durchdachtes und mit technischen Finessen ausgestattetes Bühnenbild.

Keine Liebeskomödie mit den üblichen Verwechslungsszenarien, sondern fundierte Theaterkunst, in der viele Emotionen glaubhaft gespielt werden müssen, spiegelt sich in dem Stück des österreichischen Autors Franz Kranewitter (1860 - 1938) wider. Die wunderbaren Bühnenbilder versetzen die 23 Darsteller und das Publikum in ganz unterschiedliche Welten. Junge Nachwuchsschauspieler hat Spielleiterin Renate Hansen in die Aufführung genau so gekonnt eingebaut wie erfahrene Theaterkünstler.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Der Herrscher der Hölle (Günther Baier jun.) wird inkognito als Baron Lüftl von seiner Frau Mama zur Kur in die heile Welt der Tiroler Alpen geschickt. Glockengeläut, Vogelgezwitscher und glücklich tanzende Kinder unterstreichen die Kulisse, als der „Baron“ mit seinem Diener Stoffel (Christian Fischer) die Szenerie betritt. Der vermeintliche Baron verliebt sich in die bildhübsche Lisi Unterrainer (Katharina Barth). Diener Stoffel - eine Rolle, die Darsteller Christian Fischer auf dem Leib geschrieben scheint - kann den Lauf der Dinge nicht aufhalten.

Die erste Raufszene ist fällig als Hansl (Martin Eichlseder), Naturbursche und der wirkliche Geliebte von Lisi, dem „Baron“ und seinem Diener eine Tracht Prügel erteilt. Doch die Liebe des Beelzebubs ist übermächtig und Lisi muss zu ihm in die Hölle. Doch Lisi ist brav und ohne Sünd’ - wie kriegt man so ein Menschenkind hinunter ins Fegefeuer? Kanzler, Minister, alle überlegen einen Plan, einen wahrlich teuflischen Plan.

Schnell findet man sich als Zuschauer zurecht. Kranewitter leuchtet in seinen Stücken das Dämonenhafte ironisch und köstlich, aber aus der menschlichen Perspektive aus. Durchgängige Handlungsabläufe und exakte Wortwechsel, die gerade bei Kurzeinsätzen mit nur wenigen Worten dennoch schlüssige Dialoge ergeben. Dies wurde so präzise einstudiert, dass auch turbulente Szenen - von denen es einige gibt - gut verständlich sind. Das Stück wurde nicht als seicht dahin plätschernde Boulevardkomödie geschrieben, sondern als amüsantes Spiegelbild seiner Epoche - dabei hat es aber durchaus auch Erkennungsmerkmale unserer Zeit.

Dem Teufel, ungezählte Male literarisch dargestellt und verarbeitet, wird hier ein gar unteuflisches menschliches Abbild verpasst. Von Liebe und Sehnsucht gepeinigt, entfernt er sich mehr und mehr von allem Teuflischen. Die Konsequenzen scheinen unausweichlich, und doch gibt es nur scheinbar ein Happy End. Es kommt kaum merklich, fast diffus, und man sehnt sich unerwartet zurück in die heile Bergwelt.

Die Hauptdarsteller Günther Baier jun. und Christian Fischer setzen ihre Figuren brillant in Szene. Körpereinsatz ist genau so gefordert wie Charme, Witz und Präzision. Eigentlich sind alle der über 20 Darsteller bei der Pockinger Laienbühne Hauptdarsteller. Man ist geneigt zu fragen, ob der Name „Laienbühne“ noch angebracht ist angesichts der professionellen und dennoch unentgeltlichen Leistungen auf und hinter der Bühne.

Viele Emotionen müssen glaubhaft dargestellt werden, was in einem Stück mit so viel Fantasie nicht einfach ist und dennoch sehr gut von allen Protagonisten umgesetzt wurde. Die Schauspieler, die Bühnenbauer, die Kostümbildner - verantwortlich für die vielen farbenfrohen Kostüme -, die Techniker, die mit Licht und Antriebstechnik überraschende Effekte produzieren, Maskenbildner und Friseure, die bei dieser Aufführung ganz besonders gefordert sind - sie alle geben unter der Leitung und Regie von Renate Hansen wahrlich alles. So gab es jede Menge Applaus für alle Mitwirkenden - Applaus für solide Theaterkunst.

 

WEITERE TERMINE

Das Stück „Die Teufelsbraut“ ist noch einmal am Freitag, 19., und Samstag, 20. November, jeweils um 19.30 Uhr zu sehen. Am Sonntag, 21. November, gibt es um 15 Uhr ein Vorstellung, dann auch mit ermäßigten Gruppenpreisen. Vorverkaufstermine bietet die Laienbühne Pocking von Montag, 15., bis Donnerstag, 18. November, im Pockinger Rathaus an. Eine telefonische Reservierung ist unter Tel. 08531/709 41 möglich. Diese Karten können dann entweder zu den Vorverkaufszeiten oder an der Abendkasse abgeholt werden.

 

Quelle: Passauer Neue Presse vom 15.11.2010, Fotos: Eckelt

 

Pockinger Laienbühne begeistert mit neuem Stück „Die Teufelsbraut“ - Über 20 Darsteller im Einsatz - Drei weitere Termine geplant

Laienbühne probt für teuflisch gutes Theater

Bild zur Theaterprobe zu "Die Teufelsbraut"
Manfred Baumgartner (v.l.) als „Der Tod“, Martin Eichlseder als „Hansl“ und und Katharina Barth als „Lisi Unterrainer“.

Ein Schrei hallt durch die Pockinger Stadthalle! Nicht etwa, weil das Licht ausgefallen wäre, denn Bühnenbauer, Maler, Requisiteure und Techniker haben alles im Griff. Vielmehr ist der Schrei Teil des Theaterstücks, das 23 Schauspieler der Pockinger Laienbühne derzeit einstudieren. Unter der Regie von Renate Hansen wird heuer ein Stück des österreichischen Dramatikers Franz Kranewitter gezeigt. Selbst in der Enge einer kleinen Dorfgemeinschaft in Tirol aufgewachsen kann er aus eigner Erfahrung die teils amüsanten, aber auch die kurios streng vorgegebenen Lebensarten in seine Erzählungen einbringen.

 

Quelle: Passauer Neue Presse vom 06.11.2010

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